Jeder Landwirt kennt für den Anbau von Weizen die damit verbundenen Kosten und kann bei 70 dt Weizenertrag sofort überschlägig seinen aktuellen Deckungsbeitrag kalkulieren.
Dass Feldholzanbau mit Marktfrüchten nicht mithalten kann oder nur auf Grenzertragsstandorte passt, ist nicht nur falsch, sondern zeigt auch ein mangelndes Gespür für die zukünftige Entwicklung. Es gibt quasi für jeden Standort den richtigen Baum, die richtige Umtriebszeit und Produktionsform und somit einen konkurrenzfähigen Deckungsbeitrag!
Doch wie hoch sind die Kosten des Feldholzanbaus? Und mit welchen Erträgen und Mengen kann man rechnen? Was bedeutet dies in Schüttraummeter oder t atro? Und was ist ein realistischer Deckungsbeitrag?
Deckungsbeitrag Energiewald
Holz: Preise und Nachfrage
Heizwerte verschiedener Baumarten
Alleine die Investitionskosten variieren um über 50 Prozent, je nachdem welches Produktionsziel verfolgt, welche Umtriebszeit gewählt und welcher Baum gepflanzt wird. Allerdings können sich mit Blick auf den Deckungsbeitrag auch höhere Investitionskosten lohnen, da die Erntetechnik und -kosten und die Hackschnitzelqualität (Verkaufspreis) einen weit höheren Einfluss auf den Deckungsbeitrag haben als die anfänglichen Anlagekosten.
KENNZAHLEN DECKUNGSBEITRAG ENERGIEWALD (Basis: LEL KUP-Rechner und Wald21-Daten):
| Investitionskosten / ha (Anbau inkl. Pflege): | 1.200 EUR bis 2.750 EUR |
| Kostenanteil Ernte & Logistik: | mindestens 60 % an Vollkosten (vor Pacht) |
| Durchschnittlicher Ertrag: | 8 - 12 t atro / ha und Jahr (~ .52 bis 78 m3) Beispiel Ernte nach 4 Jahren: 32-48 t atro |
| Vollkosten t atro: | > 60 EUR / t atro |
| Deckungsbeitrag (mittlerer Standort): | 500 EUR bis 750 EUR pro Jahr (nach Pacht) |
Deckungsbeitragsrechnung als Download
Wenn Sie Ihren Deckungsbeitrag selbst berechnen wollen, empfehlen wir den KUP-Rechner der Landesanstalt für Entwicklung und Landwirtschaft im Ländlichen Raum Baden-Würtemberg (LEL)

Hinweis: Die Inflationserwartung spielt für kalkulatorische Deckungsbeiträge eine entscheidende Rolle.
Sie wollen Ihren Deckungsbeitrag errechnen? Wir helfen Ihnen gerne beim Definieren realistischer Daten!
Mit Anstieg der Energiepreise und dem verstärkten Einsatz von Holz zur energetischen Nutzung (Wärme & Strom) steigt seit Jahren nicht nur die Nachfrage nach Holz, sondern auch der Preis. Und während Holz niedriger Qualität vor einigen Jahren noch im Wald verblieb oder für die Entsorgung viel Geld bezahlt werden musste, sind heute alle Energieholzsortimente ein gefragtes Gut (Waldrestholz, Rinde, Derbholz, Sägespäne, Pellets etc.).
Wer von Klimaschutz und der Endlichkeit von Öl und Gas ist überzeugt ist, wird sich kaum vorstellen können, daß dieser Trend morgen vorbei ist - und kann mit Kurzumtriebsplantagen von dieser Entwicklung langfristig profitieren. Das deutsche Biomasseforschungszentrum in Leipzig rechnet für 2020 bereits mit einer Holzunterdeckung von bis zu 40 Mio. Festmeter pro Jahr, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Dennoch liegt beim Vergleich von Holzhackschnitzel mit einem Liter Heizöl der Preis für Holzhackschnitzel noch immer unter 0,30 EUR.

Aktueller Preis C.A.R.M.E.N. – Mittelwert vom II. Quartal 2011 für Holzhackschnitzel mit einem Wassergehalt von 35 % = 95,25 EUR/t – dies entspricht 146,50 Euro / t atro.
Offizielle Daten zur Preisentwicklung von 2005 bis Mai 2011 gemäß dem Statistischen Bundesamt (Fachserie 17 Reihe 2):
| Gewerbliche Preise | Erdöl und Erdgas | Holzhackschnitzel | |
| 2005 bis 05/2011 | + 15,9 % | + 68,7 % | + 87,8 % |
| Anstieg p.a. | ~ 2,5 % p.a. | +10,8 % p.a. | ~ 13,8 % p.a. |
Für die im Energiewald angepflanzten Pappel- und Weidensorten im Kurzumtrieb werden in Studien folgende Werte errechnet:
Allgemein gilt: Wird Holz nach Gewicht abgerechnet, gibt es weder beim Brennwert, noch beim Heizwert große Unterschiede zwischen den Baumarten. So hat 1 kg absolut trockenes Holz (atro) bei Pappel einen sehr ähnlichen Energiegehalt wie bei Buche oder Fichte (5,0 bis -5,2 kWh / kg).
Die nachfolgende Tabelle zeigt den Heizwert pro kg oder Schüttraummeter bei unterschiedlichen Baumarten und Wassergehalt (z.B.: 1 kg Pappel- / Buchenholz hat bei 20 % Wassergehalt einen Heizwert von 3,86 kWh):
| Baumart / Dichte |
Maßeinheit | Wassergehalt in % | ||||
| 0 | 15 | 20 | 30 | 50 | ||
| Buche | kg | 5,00 | 4,15 | 3,86 | 3,30 | 2,16 |
| 558 kg TM / fm | SRM | 1116 | 1089 | 1078 | 1051 | 964 |
| Fichte | kg | 5,20 | 4,32 | 4,02 | 3,44 | 2,26 |
| 379 kg TM/ fm | SRM | 788 | 770 | 763 | 744 | 685 |
| Kiefer | kg | 5,20 | 4,32 | 4,02 | 3,44 | 2,26 |
| 431 kg TM / fm | SRM | 896 | 876 | 867 | 846 | 779 |
| Pappel | kg | 5,00 | 4,15 | 3,86 | 3,30 | 2,16 |
| 353 kg TM / fm | SRM | 706 | 689 | 682 | 665 | 610 |
(Quelle LWF Merkblatt 12)
Unterschiede ergeben sich aber in der Dichte – also dem spezifischen Gewicht pro Festmeter oder Schüttraummeter (SRM). So hat ein SRM Buche fast 50 % mehr Gewicht = Energie als das Holz der Fichte!
Weiteres Qualitätsmerkmal im Hinblick auf den Heizwert ist der Wassergehalt. Wird Brennholz nach Gewicht abgerechnet, ist der Wassergehalt von großer Bedeutung. Denn ein Wassergehalt von 50 % bedeutet, dass bei 1 t frischem Holz tatsächlich 500 kg Wasser mitgeliefert werden. Folgende Begriffe zum Wassergehalt sind hier geläufig:
| Absolut trockenes Holz ( atro): | w (Wassergehalt) = 0 % |
| Lufttrockenes Holz (lutro): | w = 15%-20% |
| Lagerfähig: | w < 30-35% |
| Frisch geschlagenes Holz: | w > 50% |
Zudem gilt: Wasser brennt nicht! Bei der Bestimmung des tatsächlichen Heizwertes und der Verbrennung von Holz muss zunächst das im Holz enthaltene Wasser verdampft werden. Dazu werden 0,68 kWh je kg Wasser benötigt. Zieht man die zur Verdampfung des Wassers benötigte Energie von der in der verbleibenden Trockenmasse enthaltene Energie ab, erhält man den Heizwert. Wenn man frisches Holz mit 50% Wassergehalt verbrennt, benötigt man damit 0,68 kWh / 5,2 kWh = 13 % der im Holz eigentlich enthaltenen Energie. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.
Fazit: Wer Holz kauft, sollte - wenn nach Gewicht abgerechnet wird - den Wassergehalt in Prozent kennen. Erfolgt die Abrechnung nach Volumen (SRM oder FM), ist der Heizwert der Baumart pro SRM wichtig (sprich das spezifische Gewicht bzw. Dichte).