Referenzen_Landwirtschaft_2015

Energiewald-Konzepte

Der Anbau von Kurzumtriebsplantagen eröffnet Landwirten – und insbesondere auch Nebenerwerbslandwirten – vielfältige Chancen. Denn Rohstoffsicherheit ist in allen nachhaltigen Bioenergielösungen das "A und O".

Neben dem bestehenden Potenzial aus Waldrestholz und Landschaftspflege ist KUP eine ideale Ergänzung. Unsere Leuchtturmprojekte knüpfen hier an und zeigen, wie eine optimale Nutzung aussehen kann.

Eigenversorgung / Nahwärmenetz (Grundler)
Contracting (Ostfriesland – Fleßner)
Feldholzregion (HessenForst)
Bioenergiedorf (Mauenheim)
Vertragsanbau für Pelletts (Schellinger)

Der GRUNDLER-HOF

Ökologie und Moderne sind kein Widerspruch, da sind sich alle Generationen, die hier auf dem GRUNDLER-HOF zusammenleben und anpacken, einig. Auf die Bio-Landwirtschaft des Hofes fallen heute noch knapp 50 % des Betriebseinkommens. Der Rest wird mit einem Ferienhof verdient, im Winter werden 20 Hektar Wald bewirtschaftet.

Grundler-Hof 1Grundler-Hof 2

Auch beim Thema Energieversorgung ist man neue Wege gegangen. So wurde bereits vor knapp 15 Jahren die erste Hackschnitzelheizung installiert und die Wärmeversorgung sukzessive ausgebaut.

Mit der 2007 neu in Betrieb genommenen 150 kW Hackschnitzelheizung (KWB) werden über ein kleines Nahwärmenetz heute 1.600qm Wohn- und Gewerbeflächen beheizt. Der Holzbedarf beträgt 250 bis 350 SRM pro Jahr.

Gründe für den KUP-Anbau:

  1. Versorgungs- und Preisschwankungen in Holzversorgung ausgleichen
  2. Nutzung von für Biolandwirtschaft schwierigen Flächen
KUP: 5 ha (2009,2010,2011)
Baumart: Pappel
Pflanzung: kurzer Umtrieb; Pflanzverband: 2m * 0,6m
Pflege: Hacke und Mulcher (kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln)

„Besonders als Biobetrieb ist eine gute Flächenvorbereitung und konsequente Unkrautbekämpfung von großer Bedeutung, um die Nährstoffkonkurrenz einzudämmen und ein gutes Anwuchsergebnis zu erreichen. Pflegerhythmus im ersten Jahr, von Mai bis August: alle 10-14 Tage. Auch im zweiten Jahr wird, je nach Aufwuchs, das Mulchen der Fläche empfohlen.“

www.grundler-hof.de

 

Vom Landwirt zum Contractor –
die Wärmeversorgung der Gemeinde Ihlowerfehn

Über Generationen als Ackerbaubetrieb mit Milchvieh- / Schweinehaltung bewirtschaftet hat der landwirtschaftliche Betrieb von Lenhard Flessner die Betriebsumstellung zum „Energiecontractor“ geschafft. Seine 500 kW Biogasanlage ist mittlerweile nicht nur das Herzstück des 150-ha Betriebes, sondern auch der Nahwärmeversorgung der Gemeinde Ihlowerfehn. Für Ihlowerfehn der erste Schritt zur Energieautarkie.

Referenz FleßnerFür Lenhard Flessner, der seine Biogasanlage 2006 in Betrieb nahm und anfangs nur wenige Häuser sowie das Rathaus mit Wärme versorgte, war immer klar, dass nur bei optimalem Ressourceneinsatz und Wärmekonzept diese Betriebsumstellung wirklich gelingt. Überzeugungskraft und der Enthusiasmus vieler Nachbarn für das Projekt waren notwendig, um nach zähem Ringen die notwendige Mitgliederzahl für die Gründung einer Wärmegenossenschaft zu bekommen. 100 Anschlüsse waren erforderlich; 130 waren es dann sechs Monate nach Gründung. Im Frühjahr 2011 konnte nun endlich mit dem Bau des Nahwärmenetzes begonnen werden.

Wichtiger Bestandteil des Wärmekonzeptes für Ihlowerfehn: Der Spitzenbedarf an Wärme im Winter wird durch eine 550 kW Holzhackschnitzelheizung abgedeckt. Mit einem Bedarf von knapp 1.500 SRM pro Jahr rechnet man zunächst, Tendenz steigend.

Wärmenetz IhlowerfehnDa kein eigener Wald vorhanden und Holz in Ostfriesland rar ist, hat Lenhard Flessner bereits 2007 – also vier Jahre vor Gründung der Genossenschaft – 10 ha Energiewald angelegt. Seine Idee: Im Frühjahr die KUP ernten, im Sommer mit der überschüssigen Wärme Holzhackschnitzel trocknen und anschließend vermarkten bzw. in der eigenen Heizung verbrennen. Und weil das Thema Holzaufbereitung und Vermarktung ein interessantes Geschäftsfeld ist, wurde mit der Ostfriesischen Energieholz eine eigene Firma gegründet.

Der Aufbau des Geschäftsfeldes erfolgt in Partnerschaft mit WALD21. Die Energiewaldflächen hierfür werden teils von Landwirten oder in Kooperation mit WALD21 bewirtschaftet. Teilweise hat WALD21 aber auch Flächen angepachtet (z.B. 35 ha von Volkswagen, Emden). Knapp 100 ha Energiewald wachsen bereits in Ostfriesland.

Vielleicht dauert es nochmal fünf Jahre, bis auch dieser Betriebszweig läuft - nicht viel, bedenkt man die Länge der Zukunft.

Fakten

Holzhackschnitzelheizung: 550 kW (Gilles)
Holztrocknung: Unterflurtrocknung am
Energiewald Ostfriesland: 100 ha (2007 - 2011)
Baumarten: Weide und Pappel
Boden: sandige, moorige, feuchte, tonige Böden (30-40 BP)

 „Je länger man sich mit dem Thema Feldholz beschäftigt, desto mehr kommt man zu dem Ergebnis, dass es Zukunft hat.“
Lenhard Flessner

Energiewald Waldkappel
 (Feldholzregion)

Referenz WaldkappelEin Projekt von HESSEN-FORST und WALD21: Auf den ersten Blick mag der KUP-Anbau in Waldkappel wirken, als ob man Eulen nach Athen trägt. Ist doch gerade der Werra-Meißner-Kreis mit über 44.000 ha Waldfläche und einem Waldanteil von etwa 42 % einer der waldreichsten Kreise in Hessen und Deutschland. Wo soll das ganze Holz denn überhaupt hin? So lautet vielleicht der Einwand vieler Waldbauern zu dem Projekt.

Doch gerade in Nordhessen gibt es viele ideale Energiewaldstandorte. Der Grund: Die Bäume können aufgrund relativ niedriger Ansprüche an die Bodenqualität nahezu überall angebaut werden. Auf den meisten Standorten im Werra-Meißner-Kreis also eine echte Alternative, da in der Region ertragreiche Böden selten und eine Teilhabe an der Bioenergieentwicklung schwer ist. Gerade für Nebenerwerbslandwirte kann der Energiewaldanbau damit interessant sein, wie viele Beispiele zeigen.

Für WALD21 steht die Entwicklung einer „Energiewaldregion“ im Vordergrund. Denn der wirtschaftliche Anbau von Energiewäldern bedarf effizienter Anbau-, Ernte- und Vermarktungswege, damit sich diese Form des Anbaus auch für Landwirte rechnet. Mit Pacht der Flächen von HESSEN-FORST möchte WALD21 in der Region voran gehen. Wir wollen hier zeigen, dass es geht, wie es geht und Sicherheit geben. Die Flächenanlage und Pflege im ersten Jahr erfolgte auch deshalb in Zusammenarbeit mit dem Maschinenring und Landwirten vor Ort. Und spätestens bei der Ernte sitzen alle in einem Boot.

Aber auch für HESSEN-FORST ist die Sachlage klar. „Bei einem zu erwartenden, weiteren Anstieg der Energieholznachfrage sind neben dem Waldholz auch andere Holzquellen gefragt“. Dies gilt besonders, da eine stoffliche Verwertung und möglichen Kaskadennutzungen für Hessen-Forst der Bereitstellung von Energieholz vorgehen sollte.

Fläche: 8 ha (2010)
Pappel: 6 Sorten
Pflanzverband: kurzer Umtrieb bei 10.000 Bäumen/ha
mittlerer Umtrieb bei 5.000 Bäumen/ha
langer Umtrieb bei 2.500 Bäumen/ha
Flächenvorbereitung/Pflege: Flächenvorbereitung im Herbst, 2 mal Herbizideinsatz in Zusammenarbeit mit Maschinenring /Landwirten vor Ort
Besonderheit: viele Hanglagen; flachgründig, hoher Wilddruck in Teilbereichen

Bioenergiedorf Mauenheim

Als die Biogasanlage 2006 ans Netz ging, war Mauenheim das erste Dorf in Baden-Württemberg, das strom- wie wärmeseitig vollständig aus heimischen, erneuerbaren Energien versorgt werden konnte. Das Konzept: Die bei der Erzeugung von Strom anfallende Biogasabwärme wird in ein Nahwärmenetz eingespeist und so das Rathaus, eine kommunale Halle sowie 67 private Wohnhäuser beheizt.

Als Back-up, also Sicherheit, für Wärmeversorgung im Netz sowie für die Produktion von Spitzenlastwärme in den kalten Tagen dient eine 1 MW Holzhackschnitzelheizung (HHS). Finanziert wurden Netz, Heizung und eine Photovoltaikanlage über ein Bürgerbeteiligungsmodell.

Klimaschutz und Energiesicherheit und regionale Verfügbarkeit des Energieträgers spielten für die Initiatoren des Projektes (die Clean Energy GmbH aus Radolfzell, die KCH aus Mauenheim sowie für die Solarcomplex aus Singen) bei der Konzeption eine wichtige Rolle.

Der Vorschlag zur regionalen und umweltverträglichen Strategie zur Holzversorgung beruht dabei auf drei Säulen: Hackschnitzel aus nachhaltiger Waldwirtschaft, Biomasse aus der Landschaftspflege, aus Gärten und Parks sowie der umweltverträgliche landwirtschaftliche Anbau von Holz in Kurzumtriebsplantagen (KUPs).

Der gegenüber von Biogasanlage und Hackschnitzelheizung auf der Fläche des Landwirts und Biogasanlagenbetreibers Helmut Henninger gepflanzte Energiewald wird damit zukünftig einen kleinen Teil des Holzbedarfs der Anlage decken.

KUP: 1 ha, Anlage 2009
Baumart: diverse Pappeln und Weiden (Versuchsfläche)
Besonderheit: Aus ökologischen Gründen zusätzlich Heckenrandbepflanzung mit einheimischen Gehölzen
Pflanzung: kurzer Umtrieb; Pflanzverband: 2m * 0,5m

Besichtigungstermine können vereinbart werden.

www.bioenergiedorf-mauenheim.de

www.clean-energy.biz

www.bioenergie-region-bodensee.

Holzpellet-Produzent Schellinger KG (Vertragsanbau)

Seit fünf Generationen ist die Schellinger KG im süddeutschen Raum, in Weingarten / Oberschwaben ansässig. Ursprünglich wurde das Unternehmen als Getreidemühle gegründet und später um ein Mischfutterwerk erweitert. 1998 folgt der Einstieg in die erneuerbaren Energien. Der Bereich Holzpellets ist heute ein wichtiges Standbein der Schellinger KG, von der Rohstoffbeschaffung, über Produktion und Vertrieb, bis zur Lagerung vor Ort. Aktuell betreibt die Schellinger KG drei Pelletwerke, in denen Sonnen-Pellets produziert werden, davon eines in Krauchenwies, Oberschwaben.

Der Rohstoff-Jahresbedarf alleine für das Pelletwerk Krauchenwies liegt bei ca. 50.000 t atro.

Vor dem Hintergrund einer immer größeren Konkurrenz um Waldholz- und Sägespäne hat die Schellinger KG bereits 2008 in Kooperation mit einem Landwirt mit dem Anbau von KUP begonnen. Der KUP-Anbau soll, nach Einschätzung von Helmut Schellinger, langfristig eine wichtige Rohstoffquelle für Pellets sein. Landwirten in der Region Oberschwaben bietet die Schellinger KG deswegen langfristige Holz-Abnahmeverträge. Die Beratung der Landwirte im KUP-Anbau erfolgt durch die Firma WALD 21, mit der Schellinger zusammenarbeitet. 1.000 ha Energiewald für Krauchenwies sind das Ziel für die nächsten Jahre. Aus heutiger Sicht eine große Vision – aber wer hat 1990 schon gewusst, was Pellets sind?

Anbau: 30 ha (2008, 2009)
Weide: Pflanzung in Doppelreihe; ca. 13.000 St. / ha
Erste Ernte 2011: auf 5 ha; 13 t atro / ha und Jahr
Pelletierung: erste positive Versuchsergebnisse

„Wir haben gezeigt dass der Energiewaldanbau funktioniert und man als Landwirt damit Geld verdienen kann. Über den Anbau von Kurzumtriebsplantagen partizipiert ein Landwirt am steigenden Bedarf an erneuerbarer Energie, wird unabhängiger von Agrarpreisentwicklungen und profitiert von Energiepreissteigerungen.“

Zudem bietet die Schellinger KG dem Landwirt ein hohes Maß an Sicherheit. Es werden langfristige Abnahmeverträge geschlossen, die die Rohstoffabnahme für die Landwirte sicherstellen.

www.schellinger-kg.de

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